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Fischfarm / Aquakultur / Zuchtfische / Ökosiegel

Fischfarmen (Aquakulturen) und Ökosiegel
Viele von Menschen verzehrte Fische und Meeresfrüchte stammen aus Zuchtanlagen (ca. 40% der Weltproduktion stammt von Fischfarmen). Angesichts der weltweiten Überfischung scheinbar eine sehr erfreuliche Tatsache. Allerdings sind solche Zahlen mit Vorsicht zu geniessen, weil sich die meisten Fischfarmen in China befinden. Fischereiforscher vermuten, dass China viel zu hohe Zahlen für seine Aquakulturen an die Welternährungsorganisation FAO meldet.

Angesichts der sinkenden Fischereierträge bei steigender Nachfrage reagiert der Markt mit dem Zubau von Fischfarmen und einer Reihe von Zertifikaten, die belegen sollen, dass ein Fischprodukt nachhaltig erzeugt wurde. Doch gerade vor solchen Ökosiegeln warnt die Artenschutzorganisation Pro Wildlife. "Fischsiegel vermitteln den Eindruck, dass auch umweltfreundlicher Fischkonsum möglich ist", sagt die Pro-Wildlife-Biologin Sandra Altherr.

Seit 1999 gibt es das vom WWF und dem Konzern Unilever geschaffene MSC-Siegel (Marine Stewardship Council), das eine nachhaltige Fischerei garantieren soll. Sein Symbol ist ein blauer Fisch, der inzwischen auf vielen Produkten prangt. Doch mittlerweile kritisieren Verbände wie Pro Wildlife das Siegel, denn damit werde sogar Fisch aus der zerstörerischen Grundschleppnetzfischerei zertifiziert. Zudem habe das Siegel auch den überfischten Beständen des Blauen Seehechts (Hoki) im Pazifik und des kanadischem Rotlachs nicht geholfen. Selbst nachdem diese Arten MSC-zertifiziert wurden, gingen die Bestände laut Pro Wildlife so stark zurück, dass die Fangquote reduziert werden musste.
"Verbrauchern wird mit marinen Ökosiegeln suggeriert, sie schonen die Meere, indem sie ein zertifiziertes Produkt kaufen - doch das funktioniert so nicht", sagt Altherr. "Es hilft alles nichts, wenn die Menschen nicht anfangen weniger Fisch zu essen, denn die aktuelle Nachfrage lässt sich nicht ökologisch nachhaltig decken."

Der durchschnittliche Europäer verzehrt etwa 22 Kilogramm Fisch und Meeresfrüchte pro Jahr. Weltweit werden jedes Jahr rund hundert Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchte gefangen.


In vielen Fällen haben Fischfarmen katastrophale Auswirkungen auf das Ökosystem Meer. Ursprüngliche Gebiete werden zum Teil zerstört um Fischfarmen anzulegen und es besteht ein hoher Bedarf an Futterfischen für die Zuchtanlagen, denn die gezüchteten Tiere werden vor allem mit Fischmehl und Fischöl gefüttert. Rund ein Drittel der auf dem Globus gefangenen Fische werden zu diesen Produkten verarbeitet. Um aber ein Kilogramm Zuchtfisch zu erhalten, müssen vier bis fünf Kilogramm Fisch im Meer gefangen werden.

Durch die extreme Verschmutzung der Ostsee (Baltisches Meer) sind die dortigen Wildfische nicht mehr für den menschlichen Verzehr zugelassen, weil sie extrem mit Dioxin, PCP, Schwermetalle, Quecksilber und Pestiziden vergiftet sind. Um diese Fische trotzdem weiter verwerten zu können, werden sie einfach zu Trockenfutter (Pellets) für Zuchtfische in Fischfarmen verarbeitet, weil dafür die gesetzlichen Bestimmungen mehr Spielraum zulassen. Diese Zuchtfische werden dann wiederum intensiv mit Pestiziden gegen Parasiten und Krankheiten behandelt. Dafür werden auch Pestizide verwendet, welche als Nervengift bekannt sind.
Im Fleisch der Zuchtfische finden sich mittlerweile in höchstem Masse Insektizide, Pestizide, Antibiotika und weitere Substanzen chemischer Produkte. Mittels Medikamenten wachsen die Zuchtfische zudem fast doppelt so schnell als normal und setzen dabei das 3-6 fache an Fett an als ein normaler Fisch. Medikamente und Pestizide werden im Fett angereichert und machen den Fisch zu einem der giftigsten Nahrungsmittel überhaupt.

Ein weiteres Problem sind die Fäkalien der Fische und nicht verwertetes Fischmehl, welche aus den Netzen der Aquakulturen auf den Meeresboden rieseln und dort einen Teil des Lebens einfach ersticken und so das Ökosystem Meeresboden massiv verändern.

Da aber der Profit immer noch mehr zählt als die Gesundheit der Bevölkerung, wird gegen diese Missstände nichts unternommen. Die Zeiten, als Fische noch als gesundes Nahrungsmittel galten (egal ob Wild- oder Zuchtfisch), sind definitiv vorbei.

(Quelle: focus.de)


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